Ritter und Adel

Das Verhältnis zwischen den Gruppen „Adel“ und „Ritter“ ist und war immer kompliziert. Es gibt dazu eine reichhaltige Literatur. Hier soll am Beispiel der Ritter vom heiligen Grab etwas dazu beigetragen werden.
Die zahlreichen Behauptungen über Stand und Privilegien der Grabesritter sind differenziert zu beurteilen. Da ihr Ursprung im Spätmittelalter zu suchen ist, muss man sich zuerst die soziale Stellung eines Grabesritters im fünfzehnten Jahrhundert vergegenwärtigen. Damals erhielten hohe und höchste Standespersonen (z.B.: Herzog Ernst der Eiserne, Kaiser Friedrich III) den Ritterschlag am Heiligen Grab (während die Ritter des Hospitals vom Heiligen Johannes – die später so genannten Malteser – durchwegs die dritt- oder viertgeborenen Söhne adliger Familien mit begrenztem Vermögen waren). Der Ritterschlag in Jerusalem war ein teurer Höhepunkt im Leben eines frommen Fürsten, der etwa Ottheinrich von der Pfalz ein Jahreseinkommen kostete und kein (allerdings lebensgefährlicher und frommer) Beruf zum Lebensunterhalt, wie der Ritterstand beim Hospital vom Heiligen Johannes.

Der darin sichtbare hohe Stellenwert des Ritterschlages am Heiligen Grab wurde damit illustriert, dass zeitgenössische Autoren (etwa Felix Fabri) viele Vorrechte eines Grabesritters auflisteten. Vorrechte, die  eine hohe Standesperson natürlich auch durchsetzen konnte. (Man vergleiche damit die Geschichte des Privilegium maius, das das Haus Habsburg mit Hilfe einer gefälschten Urkunde beanspruchte und schließlich durch politische Macht durchsetzte).
Diese Privilegien und Vorrechte eines Ritters vom heiligen Grab wurden kodifiziert und mit dem Titel eines päpstlichen Comes Palatinus Lateranense verbunden, da der Ritterschlag am Heiligen Grab ursprünglich ein  autonomer Akt hochadliger Personen und damit außerhalb des päpstlichen Rechtes angesiedelt war.

In der italienischen Ausgabe der Wikipedia wird zum Stichwort „Ordine equestre del Santo Sepolcro di Gerusalemme“ ausgeführt, dass den Rittern Titel und Privilegien eines Conte palatino zukamen.

Questa tradizione è confermata, tra gli altri, dal Bascapé (G. Bascapè, „Gli ordini cavallereschi in Italia“, Milano, 1972 et G. Bascapè, „Gli ordini cavallereschi in Italia, storia e diritto“, Milano 1992), il quale, afferma: „I maggiori privilegi annessi alla dignità equestre del Santo Sepolcro consistono, secondo la tradizione, nel nobilitare il cavaliere – qualora esso non fosse stato nobile – e nel conferirgli il titolo ed i privilegi di conte palatino (o del Sacro palazzo lateranense) come per i cavalieri pontifici dello Speron d’oro“. È pur vero che i cavalieri del Santo Sepolcro erano, di diritto, conti palatini; basti ricordare le lapidi sepolcrali di Guarino de Berte (1470) e di Pietro de Steven (1568) in S. Martino e S. Pietro de Lilla, dove sono chiamati cavalieri gerosolimitani del Santo Sepolcro e conti palatini del Sacro palazzo lateranense. Gli antichi giureconsulti dicevano: „Militia nobilitat ut quisque est miles, continuo est nobilis“. Anche il La Roque scrive che una delle primitive forme di nobiltà consiste nel fatto di armare cavaliere colui che si vuole nobilitare. A conferma lo storico riporta una lunga serie di bolle e di brevi nei quali la Santa Sede si rivolge ai cavalieri del Santo Sepolcro con il titolo di „comes“.

Interessant ist in diesem Text  die Feststellung „Militia nobilitat„, was bedeutet, dass durch den Ritterschlag eine Erhebung in den Adelsstand bewirkt wird. Im „Handbuch der Geschichte und Verfassung aller blühenden Ritterorden„, herausgegeben von Ludwig KUHN, Wien 1811 ist zu lesen:
Jeder Ordensritter, wenn er auch nicht adeligen Standes ist, hat dennoch adeligen Rang.
Hier wird sorgfältig zwischen dem staatsrechtlichen Ritterstand (etwa Mitglied der lokalen Parlamente) und dem gesellschaftlichen Ansehen unterschieden. Ein schönes Beispiel dafür ist der berühmte Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck, der als päpstlicher Ritter seinen Titel unangefochten führte, aber im österreichischen Staatsrecht keine privilegierte Position hatte. Er besaß adeligen Rang (gesellschaftliches Ansehen), aber keinen adeligen Stand (staatsrechtliche Position).
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