Ein Bündel ritterlicher Ehren

Das Epitaph des Heinrich Ketzel an der Sebalduskirche in Nürnberg (1453) zeigt ein interessantes Phänomen der Ritterschaft vom heiligen Grab. Viele Grabesritter waren auch Ritter anderer Gesellschaften, wie auch hier im Relief dargestellt:

Ketzel2

  • Aragonesischer Kannenorden ( Orden de la Jarra y el Grifo)
  • Orden vom heiligen Grab
  • Katharinenorden
  • Schwertorden von Zypern

Den Titel des Grabesritter erwarb man bekanntlich durch den Ritterschlag in der Grabeskirche von Jerusalem, das Rad der heiligen Katharina durfte man als ritterliches Symbol führen, wenn man die Katharinenkapelle in Bethlehem (halbes Rad) und dann das Katharinenkloster im Sinai besucht hatte (ganzes Rad). Besuchte man auf der Rückreise von Jerusalem den König auf Zypern, so konnte man als Hofehre den Schwertorden erhalten.

Schwierig aufzuklären ist die durchaus häufige Mitgliedschaft im aragonesischen Kannenorden. Er hätte am Hof des Königs beider Sizilien in Neapel oder in Spanien selbst verliehen werden können, was bei den meisten Jerusalempilgern aber auszuschließen ist. Wahrscheinlicher ist wohl die Verleihung durch den römischen Kaiser!

Abschließend kann man wohl sagen, dass Frömmigkeit und der Wunsch nach sozialer Anerkennung immer schon ein wichtiges Motiv menschlichen Handelns bildeten und manchmal auch heute noch bilden.

Advertisements