Schule und Lernen

In der öffentlichen Diskussion ist das Thema „Schule“ immer für eine Erregung gut. Unzählige „Experten“ erklären die Welt und wissen es besser, zumindest besser als der Konkurrenzexperte. Nun ist die Organisation Schule tatsächlich eine ewige Baustelle, was der eine aufbaut, reißt der andere nieder. Tatsächlich scheint es so zu sein wie in der Architektur, man kann Häuser höchst unterschiedlich bauen, es sind meist immer noch brauchbare Häuser und irgend jemand hat daran auch Gefallen. Die „wahre“ Architektur gibt es (in einer offenen Gesellschaft) nicht, die Versuchung des „anything goes“ liegt ebenso nahe, wie der Hang zur ideologisch aufgeladenen Endlösung.

Es ist das legitime Interesse eines Staates, dass alle seine BürgerInnen die Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens beherrschen und darüber hinaus über sich und die Welt Bescheid wissen. Das ermöglicht ihre aktive Teilnahme am produktiven Leben der Gemeinschaft. Dazu haben zivilisierte Staaten Systeme entwickelt (wodurch sie sich eben als zivilisiert ausweisen), die man gemeinhin „Schulen“ nennt. Sie setzen auf den staatlichen Zwang und organisieren das „Lernen“ so, wie es die jeweilige Gesellschaft für richtig hält.

„Schule“ ist kein Selbstzweck, sondern nur ein Instrument für das „Lernen“. „Lernen“ ist jene magische Tätigkeit, die dem Menschen alle Tore öffnen kann. Lernen kann man im Schulsystem, aber auch neben, nach oder ausserhalb der „Schule“. Im Gegensatz zur Schule ist Lernen nicht notwendig verordnet, es kann auch spontan und selbstbestimmt sein. Damit erschließen sich alle Horizonte des Individuums, der Person.

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