Schechina

Schechina (שְׁכיִנָה) bezeichnet in der rabbinischen Literatur ursprünglich Gottes Wohnstatt auf Erden. Das Nomen leitet sich vom Verb schachan (שכן, ‚wohnen‘, ‚zelten‘) ab. Die Schechina als Inbegriff der Nähe und Präsenz Gottes wurde zur Zeit Jesu auf den Tempel bezogen. Nach dessen Zerstörung  ruhte – so die fromme jüdische Legende – die Schechina noch einige Jahre auf dem Ölberg. Später wurde Gottes Wohnstätte in der lateinischen kirchlichen Überlieferung Tabernaculum genannt, der Ort der Aufbewahrung der geweihten Hostien in den katholischen Kirchen. Aus der semitischen Wortwurzel ש כ ן stammt auch das arabische Sakina (arabisch ‏السكينة‎), ein im Koran erwähnter Seelenzustand. Sakina bezeichnet  etwa Ruhe, Gelassenheit, Seelenfrieden, Sicherheit und Gottesbewusstsein.

Im Kosmos der katholischen Tradition ist der Tabernakel mit seinen gewandelten Hostien einzigartiger Bezugspunkt für Schechina und Sakina, auch wenn das leider Juden und Muslime nicht so sehen können.

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