Quintilian

Bei der seit Ewigkeiten andauernden Folge von täglich erneuerten Reformvorschlägen für die österreichischen Schulen ist in Vergessenheit geraten, dass schon lange vor den zeitgenössischen „Experten“ Wesentliches gesagt und erprobt worden ist. Nur mehr einigen Altphilologen wird der Name Marcus Fabius Quintilianus etwas sagen. Dieser bedeutende Lehrer der Rhetorik hat vor zweitausend Jahren in seinem Werk Institutio oratoria bereits fast alles dargelegt, was für den Schüler, den Lehrer und die Art des Unterrichts wichtig ist. Dabei stützt er sich auf die Natur des Menschen; da sich diese bis heute nicht geändert hat, ist seine Sichtweise aktuell geblieben. Was ich damit sagen will? In der Pädagogik hat der Fortschritt, den es in den Naturwissenschaften unleugbar und eindrucksvoll gegeben hat, nicht stattgefunden. Das ist ein beklagenswertes Faktum, das allerdings durch Jahrmarktsgeschrei und Nebelkerzen zeitgenössischer Publizisten für viele verborgen ist.

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