Nexialismus

A.E. van Vogt erfand in seiner SF-Erzählung “The Voyage of the Space Beagle” in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Wissenschaft “Nexialismus”. Darunter verstand er die Verknüpfung aller wissenschaftlichen Disziplinen zu einer praktisch anwendbaren Lösungsstrategie für Probleme aller Art.
Wenn sich auch die Philosophie traditionell als Universalwissenschaft versteht, so geschieht das üblicherweise immer im Versuch der Erzeugung eines umfassenden Erklärungsrahmens, der sich häufig als “Antwort auf letzte Fragen”, nicht aber als anwendbare Technik versteht.
Die Naturwissenschaften bieten heute viele “effektive Theorien” an, die jeweils einen bestimmten genau definierten Bereich der Realität mit hoher Genauigkeit (oft mathematisch) beschreiben, die aber über ihren Definitionsbereich hinaus nicht extrapoliert werden dürfen, da sie sonst Unsinn produzieren.
Es existiert keine umfassende Synthese dieser Theorien (“Theory of Everything”) und schon gar kein Konstruktionsrahmen für Problemlösungen.
Der Nexialismus müsste auf der Basis der kaum zusammenhängenden Einzelbilder der Realität, die von den “effektiven Theorien” geliefert werden, für gegebene Handlungsfragen einen Rahmen zur Erzeugung von Handlungsstrategien zur Verfügung stellen. Es geht dabei also nicht um die epistemologische Universaltheorie der Welt, sondern um eine Anleitung, einen Weg zu einem gegebenen Ziel zu finden.
Also nicht “Wie sieht die Welt aus?” sondern “Wie gelange ich von hier nach dort?”
Der Nexialismus hat also nicht nur das Defizit der fehlenden Universaltheorie zu überwinden, sondern auch eine Strategie zu liefern, die jenseits des “Trial and Error” liegt, gewissermaßen eine “Erfindungswissenschaft”, wie sie sich Leibniz erträumt haben könnte.

Ich habe dazu einige Ebooks geschrieben, man findet sie mit Hilfe meiner Homepage „Pilgerwege„.

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